Teltower Generationen – Potsdam-Mittelmark

 

„Teltower Generationen“ — Teltow, Landkreis Potsdam-Mittelmark

Ein ganzes Jahrhundert auf einen Blick:

Wie können wir Leerstand vermeiden? – Diese Frage stellt sich 2009 die WGT –Wohnungsbaugesellschaft Teltow mbH. Die Gemeinde Teltow ist aufgrund ihrer Lage am südwestlichen Stadtrand von Berlin nicht sonderlich attraktiv für hippe Großstadtbewohner. Nun soll ein Fassadenkunstwerk von CitéCréation die Aufmerksamkeit auf die positiven Aspekte des Lebens in Teltow lenken: gute nachbarschaftliche Beziehungen, weniger Anonymität, eine
entspannte, eher ländliche Atmosphäre, sowie attraktive Mieten.

Die Bewohner haben dies erkannt. Sie sind ihrem Wohnort seit Jahren treu. Frei nach dem Motto:
Einmal Teltower, immer Teltower.

Problematik:

Die Wohnungsbaugesellschaft Teltow mbH stand vor der Herausforderung, ihre Leerstandsquote zu reduzieren und neue Mieter zu gewinnen. Eine energetische Sanierungsmaßnahme war geplant. Doch dies erschien nicht ausreichend. Man suchte nach einer „augenfälligen“ Lösung: Wie lassen sich die positiven Aspekte des Lebens in Teltow zum Ausdruck bringen? Wie erreicht man einen Imagewandel? Die Entscheidung für ein Fassadenkunstwerk von CitéCréation war schnell getroffen. Dadurch konnten sich – im Sinne des genossenschaftlichen Gedankens – auch die Mieter aktiv an dem Projekt beteiligen.

Ausführung und Resultat:

Die Mieter brachten sich mit großem Enthusiasmus und Engagement in das Gestaltungskonzept von CitéCréation ein. Im Rahmen mehrerer Workshops wollte CitéCréation herausfinden, wie sich die Identität der Bewohner und des Ortes authentisch darstellen lässt. Viele Bewohner waren seit mehreren Generationen in Teltow ansässig. Sie fühlten sich besonders wegen ihrer langjährigen Familiengeschichte im Viertel verwurzelt. So entstand die Idee,
Momentaufnahmen der Teltower Familiengeschichte in einem „Wandmuseum“ festzuhalten. In intensivem Austausch mit den Bewohnern haben wir uns auf die exemplarische Geschichte zweier Familiengenerationen geeinigt, die schon über ein Jahrhundert in dem Teltower Wohnhaus leben. Das Projekt von CitéCréation hat den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl der Mieter gestärkt.

Das „Wandmuseum“ wurde zu einer Attraktion über die Grenzen von Teltow hinaus. Die Bewohner können wieder stolz sein auf ihre Teltower Identität. Die WGT –Wohnungsbaugesellschaft Teltow mbH konnte wie gewünscht ihren Bekanntheitsgrad steigern.

Auf vier Stockwerken erlangt der Betrachter einen historisch dimensionierten Einblick in den Lebensalltag und die zeitspezifischen Besonderheiten der jeweiligen Familiengeneration in Teltow:

2009 : Im obersten Stockwert ist das Familienleben von heute abgebildet. Teltow ist auf 20.000 Einwohner gewachsen. Durch den S-Bahn-Anschluss 2005 ist das Leben in Teltow noch attraktiver geworden. Es werden wieder mehr Häuser gebaut. Familien verschiedener Herkunft leben gemeinsam unter einem Dach.

 

1963 : Im zweiten Stockwerk wohnt die dritte Familiengeneration. Mit dem Wiederaufbau der
Industrie — jetzt COT und GRW — kommen vermehrt Fachkräfte nach Teltow. Dafür werden neue
Wohnungen gebraucht. Die Familien des Elektroingenieurs und des Werkzeugmachers feiern gerade den Einzug in ihre Wohnungen in der neu gebauten „Neuen Wohnstadt“..

 

um 1930 : Teltow ist zu einem Industriestandort geworden. Im Jahre 1930 arbeiten die Väter als
Ingenieur und Fabrikarbeiter in den Werken für Nachrichtentechnik, für Maschinenbau oder im Isolatorenwerk.

 

um 1900 : Im Erdgeschoss sind zwei Familien aus unterschiedlichen sozialen Milieus dargestellt. Der Direktor und der Rübchenbauer im Kreise ihrer Lieben am Ende eines langen Tages. Der damalige Bau des Teltowkanals ist ein wichtiger geschichtlicher Meilenstein. Er verbindet die Ackerbürgerstadt mit Groß-Berlin.

 

 

Partner: WGT – Wohnungsbaugesellschaft Teltow mbH

Bemalte Fläche: 200 qm

Adresse: Lieselotte–Herrmann-Str. 2 + 4,14513 Berlin

Jahr: 2009

Farben: Alsecco

tag: Teltow


Presse / Medien

Fassadenbild ins Licht gerückt

2 Déc 2009 Fassadenbild ins Licht gerückt Märkische Allgemeine Zeitung, 09.11.2005 ...